Ombudsstelle öV: Rekordanstieg auf 521 Eingaben im Jahr 2025

Die Ombudsstelle öffentlicher Verkehr verzeichnete 2025 insgesamt 521 Eingaben – den höchsten Wert seit ihrer Gründung im Jahr 2001. Gegenüber 2023 hat sich die Fallzahl innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt. Von den 521 Eingaben führten 242 zu einem Ombudsverfahren, davon 193 im ordentlichen und 49 im neu eingeführten vereinfachten Verfahren. Die übrigen 279 Eingaben betrafen Fälle, bei denen die Zuständigkeitsvoraussetzungen nicht erfüllt waren.
Mit 147 Fällen entfiel der grösste Anteil der behandelten Verfahren auf die SBB, gefolgt von PostAuto mit 23 und BLS mit 18 Fällen. Thematisch dominieren Fälle zum Reisen ohne gültigen Fahrausweis (RogF) – also Fahrten ohne gültige oder nur teilgültige Fahrkarte. Allein 2025 wurden 126 RogF-Fälle registriert, gegenüber 79 im Vorjahr. Häufig handelt es sich dabei um zu spät aktivierte E-Tickets, etwa wegen Verbindungsproblemen oder Bedienungsfehlern bei Apps wie EasyRide oder Fairtiq.
Ab Mitte 2025 hat die Ombudsstelle ein vereinfachtes Verfahren eingeführt: Bei klaren Fällen – etwa wenn ein Kundenbegehren bereits erfüllt wurde – versendete das Sekretariat die Stellungnahme ohne direkte Einbindung des Ombudsmanns. Dies soll die Bearbeitungszeit verkürzen, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
Auf Ende 2026 treten Ombudsmann Hans Höhener sowie sein Westschweizer Kollege Jacques Nicod nach je rund 14-jähriger Tätigkeit zurück. Ab 1. Januar 2026 übernimmt zudem die Ombudsstelle des Kantons Zürich die Zuständigkeit für ZVV-RogF-Fälle, bei denen bisher die SBB das Inkasso vornahm.
