OSTWIND 2024: Wachstum mit Herausforderungen im stärksten Umsatzjahr

Der Tarifverbund OSTWIND erzielte im Geschäftsjahr 2024 mit CHF 250,1 Mio. den höchsten Umsatz seiner Geschichte – ein Plus von 14,3 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark stiegen die Erlöse im Z-Pass-Bereich (+72,1 %), auch aufgrund der Integration der Fernverkehrsanteile. Insgesamt wurden über 22,9 Mio. Fahrausweise verkauft, darunter 387’409 Abos.
Trotz der positiven Gesamtbilanz zeigt sich eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr. Die Anzahl verkaufter Fahrausweise stieg um 7,6 %, der Umsatz im Einzelreiseverkehr um 8,5 %. Firmenabos legten mit +30,9 % markant zu, während der Durchschnittsertrag je Einzelfahrt weniger stark wuchs als die tariflichen Anpassungen.
Zudem zeichnet sich ein Trend ab: Kund:innen bevorzugen zunehmend flexible Einzeltickets – auch aufgrund von Homeoffice und digitalem Ticketing. Der Anteil der Einzelreisen liegt nun bei 60 %, jener der Abos bei 40 %. Die Sortimentsanpassung «Alle Zonen ab acht» erfüllte die Erwartungen, wohingegen neue Produkte wie «GEMEINSAM» oder «KOMFORT» hinter den Erwartungen blieben.
Erfolgreich verlief die Einführung des OLMA-OSTWIND-Passes mit 1’992 verkauften Pässen (Ziel: 1’220). Im B2B-Bereich wurde mit der Bühler AG ein erster Vertrag für Firmenabos abgeschlossen; weitere sollen folgen.
Im Fokus 2025 steht die Erarbeitung der Strategie 2026–2030 unter Berücksichtigung nationaler Entwicklungen wie «myRIDE». Parallel dazu belasten steigende Rückstellungen für Branchenkosten sowie Unsicherheiten bei der Preisakzeptanz die Prognosen.
Die Genossenschaft schloss das Jahr mit einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung ab. Die Bilanzsumme stieg um 21 % auf CHF 6,7 Mio., hauptsächlich durch höhere kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen.