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NS bietet Dolmetschende an Servicesäulen für gehörlose Fahrgäste

Gehörlose und schwerhörige Fahrgäste können an den Service- und Alarmsäulen bei den Zugangsschranken niederländischer Bahnhöfe neu direkt mit der NS Kontakt aufnehmen. Über einen QR-Code gelangen sie in eine Online-Umgebung und wählen zwischen Gebärdensprach- und Schriftdolmetschung. Danach entsteht eine Dreiecksverbindung zwischen Fahrgast, NS-Leitstelle und der dolmetschenden Person. Der Dolmetschdienst bestand bereits, neu sind die Säulen am Bahnhof daran angebunden.

Eine zweite Neuerung betrifft die Liftinformationen. Fahrgäste sehen im Reiseplan direkt, ob ein Lift am Abfahrts-, Umsteige- oder Ankunftsbahnhof ausser Betrieb ist, und können so besser einschätzen, ob eine Verbindung oder ein Umstieg machbar ist. Davon profitieren neben Personen mit Mobilitätseinschränkung auch Reisende mit Kinderwagen, Velo oder schwerem Gepäck. Bei einem defekten Lift lässt sich die Reiseassistenz der NS kontaktieren.

Auch die NS-App wurde an mehreren Punkten für unterstützende Technologien angepasst. Die Standortanzeige im Reiseplan funktioniert nun mit Vorlesesoftware, und die Ausstiegsseite wird standardmässig angezeigt. In Vorbereitung sind zudem barrierefreiere Billettautomaten mit vorgelesener Bedienung sowie Unterstützungsangebote für den Wechsel zum Zahlsystem OVpay. Die NS arbeitet dabei mit Betroffenenorganisationen zusammen.

Süssenbrunn: ÖBB speichern Sonnenstrom erstmals lokal in Batterien

Die ÖBB haben in Süssenbrunn erstmals einen Batteriespeicher in Kombination mit einer 50-Hz-Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Der vor Ort erzeugte Sonnenstrom wird damit nicht nur produziert, sondern auch gespeichert und ausserhalb der Sonnenstunden lokal genutzt.

Die Photovoltaikanlage in Süssenbrunn ist seit 2025 am Netz. Sie liefert jährlich rund 640 MWh Strom, was dem Bedarf von etwa 160 Haushalten entspricht. Auf dem Dach sind mehr als 1’300 Module installiert. Der neu errichtete Speicher verfügt über eine Kapazität von 645 kWh und eine Ladeleistung von 324 kW. Er erhöht den Eigenverbrauch am Standort und macht diesen unabhängiger von externen Stromquellen.

Mit dem Projekt verschiebt sich der Fokus von der Erzeugung erneuerbarer Energie hin zu deren lokaler Nutzung. Batteriespeicher entkoppeln die Stromproduktion zeitlich vom Verbrauch. Nach Angaben der ÖBB gewinnt die Eigenversorgung angesichts volatiler Energiepreise und unsicherer Märkte an Bedeutung.

Karl Streimelweger, Geschäftsbereichsleiter Energie der ÖBB-Infrastruktur AG, verweist auf die Bedeutung einer unabhängigen Energieversorgung in Zeiten geopolitischer Spannungen. Der Speicher stärke die Versorgungssicherheit der ÖBB und leiste einen Beitrag zur Energiewende in Österreich.

Die ÖBB betreiben inzwischen mehr als 140 Photovoltaikanlagen. Der Speicher ist Teil der Energiestrategie, die Eigenproduktion aus erneuerbaren Quellen auszubauen und lokal stärker zu nutzen.

Wien: Citybuskonzept bringt den Linien 2A und 3A neue Routen

Die Wiener Linien stellen ihre Innenstadtbuslinien ab 7. September auf ein neues Citybuskonzept um. Die Linie 2A erhält eine neue Route und fährt künftig vom Stephansplatz über Schwedenplatz und Karmelitermarkt bis zum Augarten und zurück. Das Naherholungsgebiet im zweiten Bezirk ist damit vom Stephansplatz aus in neun Minuten erreichbar.

Die Linie 3A übernimmt teilweise Stationen der 2A und bindet das Wohngebiet rund um die Seilerstätte besser an. Neu führt sie über den Schwarzenbergplatz zur neuen Endhaltestelle bei der Oper. Die Linie 1A verkehrt unverändert. Ab Frühjahr 2027 wird die Linie 57A bis zur Oper verlängert, mit Anschluss an die Knotenstation Oper/Karlsplatz. In Mariahilf geht bereits am 5. September die neue Haltestelle Gfrornergasse in Betrieb.

Für das Konzept wurden 17 Haltestellen neu errichtet oder angepasst. Bei der Planung wurden die Buslinien von beliebten Fiaker-Routen getrennt, was die Fahrzeiten zuverlässiger machen soll. Intervalle und Betriebszeiten der Innenstadtbusse werden geringfügig angepasst.

Möglich wird die flexiblere Linienführung durch die Antriebstechnik der Fahrzeuge. Seit September 2025 verkehren auf den Linien 2A und 3A zehn elektrisch betriebene Wasserstoffbusse des Herstellers Rampini. Eine Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt elektrische Energie und verlängert die Reichweite, sodass die Busse den ganzen Tag ohne Nachladen unterwegs sind. Ladeinfrastruktur in der Innenstadt ist damit nicht mehr nötig.

Koper-Linz: ÖBB und SŽ sichern Rohstoffe für voestalpine

Über den slowenischen Adriahafen Koper gelangen jährlich mehr als drei Millionen Tonnen Rohstoffe zu den voestalpine-Stahlstandorten Linz und Donawitz, 2025 waren es 3.1 Millionen Tonnen. Insgesamt transportiert die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) rund 8.5 Millionen Tonnen Rohstoffe pro Jahr für den Stahlkonzern. Die Transporte von Eisenerz, metallurgischer Kohle und Eisenschwamm (HBI) wickelt die RCG gemeinsam mit SŽ – Tovorni promet ab, der Güterverkehrstochter der Slowenischen Eisenbahn.

Entlang der Strecken von Koper nach Österreich laufen derzeit mehrere Bauarbeiten gleichzeitig. Einschränkungen bestehen unter anderem auf den Abschnitten Koper-Divača, Brezovica-Preseje und Borovnica-Verd sowie zwischen Ljubljana und Jesenice. Der Grenzbahnhof Jesenice wird bis September 2027 modernisiert, wodurch dort weniger Gleise zur Verfügung stehen. RCG und SŽ stimmen Kapazitäten, Fahrzeug- und Personaleinsatz sowie alternative Laufwege eng ab und setzen interoperable Lokomotiven ein, die grenzüberschreitend genutzt werden können. Damit sinkt die Aufenthaltsdauer der Züge in Jesenice von rund zwei Stunden auf maximal 30 Minuten. Für längere Sperrphasen wurden Umleitungen erarbeitet, etwa über den Grenzbahnhof Spielfeld-Strass.

Die Standorte Linz und Donawitz benötigen täglich rund 40’000 Tonnen Rohstoffe. Ab 2027 setzt voestalpine mit dem Programm greentec steel weitere Schritte zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, was auch die Anforderungen an die Lieferketten verändert. Die RCG fordert eine stärker koordinierte europäische Infrastrukturplanung, harmonisierte Standards, vereinfachte Grenzprozesse und eine konsequente Digitalisierung.

Hamburg-Berlin: 3’150 Verspätungen in 43 Tagen nach Sanierung

Wie NDR Hamburg berichtet, hat die Deutsche Bahn in den ersten 43 Tagen seit der Freigabe der generalsanierten Strecke zwischen Hamburg und Berlin 3’150 Verspätungen registriert. 219 Mal kamen Züge mit mehr als 90 Minuten Verspätung an. Hinzu kamen mehr als 170 Zugausfälle, im Schnitt rund vier pro Tag.

Die Strecke war zuvor zehn Monate lang generalsaniert worden. Sie sollte dadurch zuverlässiger werden.

Besonders hoch lag der Anteil unpünktlicher Züge im Juni: Rund 80 Prozent erreichten ihr Ziel nicht pünktlich. Im Juli waren es knapp 70 Prozent.

Als Gründe nennt die Bahn unter anderem Hitzetage, bereits verspätete vorausfahrende Züge, verzögerte Bauarbeiten und Restmängel. Auch die Signaltechnik ist demnach noch nicht auf dem neuesten Stand.

Die Zahlen gehen aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Hamburger Grünen-Bundestagsabgeordneten Linda Heitmann und Katharina Beck hervor. Die beiden kritisieren das Ergebnis der Sanierung scharf.

Stadler-Doppelstockzüge für Renfe erstmals im Einsatz in Madrid

Wie Rollingstock World berichtet, hat Renfe am 24. August die ersten von Stadler gebauten Züge der Serie 453 in den Fahrgastbetrieb genommen. Im Einsatz stehen ein vierteiliger und ein achtteiliger Zug auf der 71.6 Kilometer langen Linie C-7 des Madrider Vorortsnetzes Cercanías.

Die Fahrzeuge kombinieren doppelstöckige Zwischenwagen des Typs KISS mit einstöckigen Triebwagen des Typs FLIRT. Der vierteilige Zug ist 97.2 Meter lang, bietet 252 Sitzplätze und fasst bis zu 912 Fahrgäste. Der achtteilige Zug misst 191.6 Meter, verfügt über 524 Sitzplätze und nimmt bis zu 1’884 Fahrgäste auf.

Im Innenraum stehen Mehrzweckbereiche für Velos und Kinderwagen sowie Plätze für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität zur Verfügung. Die Sitze sind mit USB-Anschlüssen und Steckdosen ausgerüstet. Zur Ausstattung gehören zudem Fahrgastinformationssysteme, Videoüberwachung und LED-Beleuchtung.

Grundlage der Beschaffung ist ein Vertrag zwischen Renfe und Stadler aus dem März 2021. Im Dezember 2022 löste Renfe eine Option über 24 vierteilige Züge des Typs T100 und 55 achtteilige Züge des Typs T200 im Gesamtwert von 1.3 Milliarden Euro aus. Die Fahrzeuge sind für Geschwindigkeiten bis 140 km/h auf mit 3 kV Gleichstrom elektrifizierten Strecken mit einer Spurweite von 1’668 Millimetern ausgelegt.

Frecciarossa: Testfahrten in Deutschland und Österreich gestartet

Trenitalia hat in Deutschland und Österreich Testfahrten mit dem Frecciarossa gestartet. Die Fahrten sind Teil der internationalen Zulassung, die eingesetzten Züge wurden dafür eigens mit Messtechnik ausgerüstet. In Deutschland verkehren sie auf der Strecke Berlin-München-Kufstein, in Österreich zwischen Kufstein und dem Brenner sowie zwischen Salzburg und Wien.

Die Verbindungen Mailand-München und Rom-München sollen im Sommer 2027 starten, sofern die Zulassung erfolgreich verläuft. Trenitalia realisiert das Vorhaben mit Deutsche Bahn und ÖBB. Die Vereinbarung mit Deutsche Bahn umfasst auch den Austausch technischen Wissens zu den unterschiedlichen Strom- und Zugsicherungssystemen. Parallel zum Bau der Prototypen begannen Schulungen für deutsches und österreichisches Fahrpersonal.

Vorgesehen sind vier Verbindungen auf beiden Achsen. Mailand-München dauert rund sechseinhalb Stunden mit Halten in Brescia, Verona, Rovereto, Trient, Bozen und Innsbruck. Rom-München dauert rund achteinhalb Stunden mit Halten in Florenz, Bologna, Verona, Rovereto, Trient, Bozen und Innsbruck. Die Eröffnung des Brenner-Basistunnels verkürzt die Fahrzeit um etwa eine Stunde. Ab Dezember 2028 sind zehn Verbindungen zwischen Italien und Deutschland geplant, ausgedehnt bis Neapel und Berlin.

Der Frecciarossa entspricht den europäischen Interoperabilitätsvorgaben und ist unter anderem für Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz ausgelegt.

Einheitliches Ticket für Salzburg und Berchtesgadener Land ab Herbst 2027

Wie ORF Salzburg berichtet, soll ab Herbst 2027 ein gemeinsames Ticket für den öffentlichen Verkehr zwischen dem Land Salzburg und dem angrenzenden Berchtesgadener Land in Bayern verfügbar sein. Pläne, das Berchtesgadener Land in den Salzburger Verkehrsverbund einzugliedern, bestehen seit Jahren. Nun wurde ein weiterer grosser Schritt zur Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrs gesetzt.

Das Projekt erhält rund 750’000 Euro aus einem Förderprogramm der Europäischen Union.

Das Land Salzburg und das Berchtesgadener Land sind geografisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich eng miteinander verbunden. Aus diesem Grund soll auch der öffentliche Nahverkehr vereinheitlicht werden. Ziel sind einheitliche Tarife, bessere Anschlüsse und Fahrgastinformationen.

Hamburger Verbindungsbahn wieder frei: Züge rollen über neue Sternbrücke

Die DB InfraGO hat die Arbeiten an der neuen Sternbrücke in Hamburg abgeschlossen. Seit dem Morgen des 31. August 2026 ist die Verbindungsbahn zwischen Altona und Hauptbahnhof wieder für den Zugverkehr freigegeben. Im Schnitt rund 1’000 Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge täglich können die Strecke damit wieder befahren.

Als erster Zug passierte der RE 70 von DB Regio aus Kiel gegen 4:15 Uhr die neue Brücke. Im Fernverkehr machte der ICE 103 von Hamburg-Altona nach Basel SBB den Auftakt, er verliess Altona um 4:26 Uhr. Erste S-Bahn war die S5 Richtung Hamburg Hbf, die um 4:23 Uhr ab Elbgaustrasse fuhr.

In den vergangenen Wochen stellten die Teams der DB und der bauausführenden Firmen den Bahndamm wieder her und integrierten die neue Brücke in die Verbindungsbahn. Verbaut wurden rund vier Kilometer Schiene, etwa 3’000 Schwellen und rund 8’000 Tonnen Schotter. Anschliessend erneuerten die Beteiligten die Oberleitungsanlage sowie die Leit- und Sicherungstechnik oder errichteten sie neu. Zum Abschluss fanden die erforderlichen technischen Abnahmen statt.

Mit der Wiederinbetriebnahme endet die mehrwöchige Sperrpause der Verbindungsbahn. In dieser Zeit hob die Deutsche Bahn die 108 Meter lange und rund 3’700 Tonnen schwere neue Sternbrücke ein und bündelte weitere Baumassnahmen in der Hansestadt. Die Arbeiten schaffen zudem die technischen Voraussetzungen für die Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Altona nach Diebsteich.

Autoverlad Furka: Aus für Wohnmobile und Cars über 3.05 Meter

Wie blue News berichtet, hat die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) beim Bundesamt für Verkehr (BAV) beantragt, Fahrzeuge mit mehr als 3.05 Metern Höhe ab dem 1. November nicht mehr durch den Furkatunnel zu transportieren. Betroffen wären Lastwagen, Reisecars und grössere Wohnmobile. Ursprünglich stammt die Meldung von der «Urner Zeitung».

Grossraumfahrzeuge spielen beim Verlad zwischen Realp UR und Oberwald VS bislang eine Nebenrolle. 2025 beförderte die Bahn rund 285’500 Fahrzeuge durch den Tunnel, davon waren lediglich etwa 940 Grossraumfahrzeuge.

Die MGB begründet ihr Gesuch mit Sicherheitsrisiken, geringeren Kapazitäten und höherem Aufwand auf den Transportwagen. Seit November 2021 kam es beim Verlad zu drei Zwischenfällen mit hohen Fahrzeugen. Im vergangenen März verrutschte ein Lastwagen, weil die Handbremse nicht angezogen war; dabei entstand hoher Sachschaden. Hinzu kommt der Platzbedarf: Ein einziges Grossraumfahrzeug belegt so viel Fläche wie bis zu vier Personenwagen und verlangsamt den Verlad.

Entschieden ist noch nichts. Das BAV will vor seinem Entscheid die Kantone Uri und Wallis anhören. Die Urner Regierung kann die Folgen eines Ausschlusses laut der «Urner Zeitung» derzeit nicht abschätzen. Ein Ausbau der Furkapassstrasse, die im Winter geschlossen ist, ist nicht geplant.