Parlament: Zwei Vorstösse fordern bessere Bahnanbindung der Ostschweiz

In der laufenden Session haben zwei Parlamentsmitglieder Interpellationen zur Bahninfrastruktur der Ostschweiz eingereicht. Beide Vorstösse thematisieren, ob die Region vom geplanten Ausbau des Schienennetzes profitieren wird.
Ständerat Andrea Caroni (FDP, AR) fragt den Bundesrat, ob dieser bereit ist, mehrere als prioritär eingestufte Projekte in die Botschaft 2027 oder spätestens 2031 aufzunehmen. Konkret nennt er die Doppelspur Rorschach – Rorschach Stadt, den Ausbau Bahnhof Rorschach, die Leistungssteigerung Bahnhof St. Gallen (Ostkopf), den Ausbau Bahnhof Gossau, die Kreuzungsstation Kesswil, eine Vorinvestition Meilibachtunnel beim Zimmerberg Basistunnel II, den Doppelspurausbau Tiefenwinkel am Walensee sowie Ersatzmassnahmen WAKO (Winterthur – St. Gallen). Diese Projekte seien im Bericht Weidmann mehrheitlich mit Priorität «hoch» bewertet worden, fehlten aber in den Eckwerten von «Verkehr ’45». Caroni bezweifelt zudem das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Grimseltunnels und fragt, ob auf dieses Projekt verzichtet werden könnte, um Mittel für die Ostschweiz freizumachen. Eingereicht wurde die Interpellation am 17. März 2026.
Nationalrat Lukas Reimann (SVP, SG) richtet seinen Vorstoss vom 19. März 2026 auf den Verkehrsknoten Wil aus. Laut Fahrplan halten dort täglich 396 Reisezüge und 56 Güter- und Dienstzüge. Die Zahl der Ein- und Aussteigenden soll von 27’000 im Jahr 2025 auf knapp 37’000 im Jahr 2040 steigen. Trotz eines Einzugsgebiets von über 120’000 Einwohner:innen hält der IC5 nicht mehr in Wil, und mehrere S-Bahn-Linien enden in Winterthur. Reimann fragt, ob der Bundesrat die von der SBB angekündigten Viertelstunden-IC Zürich – St. Gallen mit Halt in Wil umsetzen will und wie sichergestellt wird, dass die Region Wil durch den Brüttenertunnel nicht weiter benachteiligt wird.
