Postauto-Skandal: Prozess gegen Ex-Kader startet erst 2027

Wie watson.ch berichtet, verzögert sich der Prozess im Postauto-Skandal um ein weiteres Jahr. Das Berner Wirtschaftsstrafgericht hat auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt, dass die Verhandlung voraussichtlich erst 2027 stattfindet. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Sieben ehemalige Kadermitglieder der Schweizerischen Post müssen sich wegen unrechtmässig bezogener Subventionen vor Gericht verantworten. Unter den Beschuldigten sind der frühere Postauto-Chef, der Ex-Postfinanzchef sowie der ehemalige Vizeverwaltungsratspräsident der Post. Der Fall gelangte vor Gericht, weil die Beschuldigten Strafverfügungen des Bundesamts für Polizei (Fedpol) aus dem Jahr 2024 angefochten hatten.

Das Fedpol verwies auf das laufende Verfahren und machte keine weiteren Angaben. Die Post selbst ist nicht Teil des Verwaltungsstrafverfahrens, bedauerte gegenüber Keystone-SDA aber die Verzögerung. Für das Unternehmen sei es wichtig, dass die offenen Fragen zu Verantwortlichkeit und Schadenersatz geklärt würden.

Die Affäre war 2018 aufgedeckt worden. Postauto soll über Jahre hinweg Gewinne durch ein illegales Buchungssystem verschleiert und dadurch zu Unrecht Subventionen in Millionenhöhe erhalten haben. Die Post zahlte in der Folge 205 Millionen Franken an Bund, Kantone und Gemeinden zurück. Den ehemaligen Managern wird Leistungsbetrug oder die Verletzung von Rechtspflichten vorgeworfen. Sie bestreiten die Vorwürfe.