RBS-Depot Bätterkinden: Verzögerung durch Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht

Visualisierung: rbs.ch

Die Regionalverkehr Bern-Solothurn AG (RBS) plant, ihr Angebot auf der Strecke Solothurn–Bern auszuweiten. Zentrale Voraussetzung dafür ist der Bau eines neuen Depots in Bätterkinden. Die Plangenehmigung wurde im Mai 2025 vom Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt. Innerhalb der gesetzlichen Frist wurde jedoch eine Beschwerde eingereicht. Das Verfahren wird somit vor dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen weitergeführt. Der RBS rechnet mit einer Verzögerung von etwa einem Jahr, was den ursprünglich vorgesehenen Baubeginn auf das zweite Halbjahr 2026 verschiebt.

Trotz umfangreichem Dialog mit der Standortgemeinde und betroffenen Anwohner:Innen konnte nicht in allen Fällen Einvernehmen erzielt werden. Der Entscheid über die verbleibenden Einwände liegt nun beim Bundesverwaltungsgericht. Der RBS hatte die Möglichkeit eines Weiterzugs im Terminplan berücksichtigt.

Das Projekt gilt als strategisch relevant für die Angebotsentwicklung im öffentlichen Verkehr. Prognosen zeigen ein anhaltendes Wachstum der Fahrgastzahlen im RBS-Netz. Um diesem gerecht zu werden, sind längere Zugkompositionen und eine höhere Taktfrequenz vorgesehen. Dafür benötigt der RBS neue Abstell- und Wartungskapazitäten, wie sie das geplante Depot bieten soll.

Das Depot in Bätterkinden wird auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Photovoltaik, Schnitzelheizung und Regenwassernutzung sind vorgesehen. Massnahmen zum Lärmschutz beinhalten eine Schallschutzwand, einen Wall entlang der Kyburgstrasse sowie die Anordnung lärmintensiver Elemente fernab von Wohnhäusern. Das Gleisvorfeld wird als sogenannte Grüngleisanlage realisiert. Parallel dazu erfolgt der Umbau des Bahnhofs Bätterkinden, einschliesslich Verlängerung der Perrons für 180-Meter-Züge.

Für Fachpersonen aus Verwaltung, Planung und Politik ist das Projekt aufgrund seiner verkehrlichen und raumplanerischen Tragweite von Interesse. Die juristische Auseinandersetzung unterstreicht zudem die Bedeutung von konsensbasierten Infrastrukturlösungen im sensiblen Siedlungsumfeld.