Rollende Autobahn: Betrieb endet bereits Ende 2025

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RAlpin AG stellt den Betrieb der Rollenden Autobahn (Rola) per Fahrplanwechsel im Dezember 2025 ein – drei Jahre früher als ursprünglich vorgesehen. Grund sind massive Einschränkungen auf dem Schienennetz, die selbst mit den bisherigen Bundesabgeltungen keinen wirtschaftlichen Betrieb mehr zulassen.

Trotz stabiler Nachfrage und einer Auslastung von rund 80 Prozent führten wiederholte Streckenunterbrüche, insbesondere in Deutschland, zu Zugausfällen: 2024 fielen rund 10 Prozent der Verbindungen aus; im ersten Quartal 2025 verzeichnete RAlpin einen Rückgang von 1018 auf 794 Züge im Vergleich zum Vorjahr. Das führte 2024 zu einem Verlust von 2.2 Millionen Franken.

Ursprünglich sollte die Rola bis Ende 2028 betrieben werden, da das Parlament vor zwei Jahren eine letzte Verlängerung der Bundesmittel beschlossen hatte. Nun erfolgt die Einstellung früher, da eine Normalisierung der Betriebslage nicht absehbar ist. Die Eigentümer BLS, Hupac und SBB garantieren die Finanzierung bis zur geordneten Stilllegung.

Die Rola wurde seit den 1960er-Jahren als Übergangslösung für den alpenquerenden Schwerverkehr konzipiert und 2001 im Rahmen der NEAT-Strategie unter RAlpin modernisiert. Sie verband Freiburg im Breisgau mit Novara und stellte jährlich 100’000 Verladeplätze zur Verfügung. 2024 wurden rund 72’000 Lastwagen transportiert.

Langfristig wird der unbegleitete kombinierte Verkehr mit kranbaren Sattelaufliegern die Rola ersetzen. Dennoch ist davon auszugehen, dass kurzfristig ein Teil des Verkehrs wieder auf die Strasse zurückkehrt. Die RAlpin plant, gemeinsam mit Kund:Innen tragfähige Alternativen zu finden, um Transporte weiterhin auf der Schiene zu ermöglichen.