SBB Cargo: SEV kritisiert Abbau bei Einzelwagenladungsverkehr

Wie die SEV-Zeitung berichtet, hat SBB Cargo am 19. Mai 2026 die sechste Tranche des Reorganisationsprogramms G-enesis lanciert. Ab Dezember 2026 soll ein neues Produktionsmodell für den Einzelwagenladungsverkehr eingeführt werden. Konkret werden 50 der derzeit 280 Bedienpunkte nicht mehr angefahren, sofern Kund:innen keine Ganzzüge bestellen. Zudem sollen 200 Stellen gestrichen oder verlagert werden.
Das Gewerkschaftssekretariat des SEV übt scharfe Kritik an den Plänen. Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn bezeichnet die von SBB Cargo prognostizierte Einbusse von lediglich zwei Prozent des Transportvolumens als zu optimistisch. Die Massnahmen würden Verkehr von der Schiene auf die Strasse verlagern. Auch das Ziel, den Einzelwagenladungsverkehr bis 2033 eigenwirtschaftlich zu betreiben, hält Hadorn für unrealistisch – frühere Programme wie WLV 2017 hätten dieses Ziel bereits verfehlt.
SEV-Vizepräsident Patrick Kummer weist die Darstellung zurück, der SEV habe dem Stellenabbau im Rahmen eines Leitfadenverfahrens zugestimmt. Der SEV werde über Reorganisationen informiert und bringe seine Position ein, eine Zustimmung habe aber nie stattgefunden.
Der SEV fordert einen Stopp des Stellenabbaus, um den Abfluss von Fachwissen zu verhindern. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine politische Neuausrichtung: Der Güterverkehr solle als Service public organisiert werden – analog zum Personenverkehr und zur Infrastruktur. Nur so lasse sich eine tragfähige Grundlage für den Einzelwagenladungsverkehr schaffen.
Quelle: sev-online.ch