SBB Cargo: SEV warnt vor massivem Stellenabbau bei «G-enesis»

SBB Cargo - Alstom Prima H3
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Die Gewerkschaft SEV warnt vor weitreichenden Folgen der sechsten Tranche des SBB-Cargo-Reorganisationsprogramms «G-enesis». Seit rund einem Jahr läuft das Programm; bisher wurden fünf Konsultationsverfahren zu Abbauprojekten beim Ganzzugverkehr, beim unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV), beim Overhead und beim Kader durchgeführt. Die nunmehr bevorstehende sechste Tranche betrifft laut SEV-Gewerkschaftssekretär Philipp Hadorn deutlich mehr Mitarbeitende als alle bisherigen zusammen.

Im Fokus steht die Produktion in der Fläche, konkret der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV). SBB Cargo plant, dieses Produktionsmodell bis 2027 zu vereinfachen. Der SEV befürchtet dadurch den teilweisen oder vollständigen Abbau von Lok- und Rangierpersonal an bestimmten Standorten sowie Versetzungen. Mitarbeitende mit mehr als vier Jahren Betriebszugehörigkeit sind durch den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vor Kündigungen infolge von Reorganisationen geschützt; zudem gilt eine befristete Besitzstandsgarantie für Löhne.

Der SEV kritisiert, dass SBB Cargo im EWLV erneut versuche, sich durch Stellenabbau zu sanieren – ein Ansatz, der in den vergangenen 20 Jahren laut Hadorn nie zum angestrebten Ziel einer schwarzen Null geführt habe. Der Grund: Strassentransporte seien bei den aktuellen Rahmenbedingungen grundsätzlich günstiger als die Bahn. Der SEV und die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) fordern deshalb unbefristete staatliche Abgeltungen für den EWLV.

SBB Cargo hingegen kommuniziert, der reduzierte EWLV ab 2027 werde weiterhin 98 Prozent der bisherigen Güterwagenzahl führen, dafür mit weniger Bedienpunkten und mehr Flexibilität.