SBB FV-Dosto-Züge erhalten Umbau für mehr Fahrkomfort

Die SBB hat beschlossen, sämtliche Drehgestelle ihrer FV-Dosto-Züge umzubauen und die vorhandene Wankkompensation zu entfernen. Umfangreiche Tests zeigten, dass der Fahrkomfort spürbar besser wird und die Zuverlässigkeit weiter erhöht werden kann.
Die Investition von rund 90 Millionen Franken wird über die gesamte Lebensdauer der Flotte durch tiefere Unterhaltskosten mehr als kompensiert. Unter dem Strich spart die SBB 40 Millionen Franken. Ein Drittel der Kosten wird direkt durch den Wegfall von Revisionen der Wankkompensation eingespart. Zusätzlich sinken die Instandhaltungskosten um jährlich rund 5 Millionen Franken, da die neuen Drehgestelle einfacher zu warten sind. Die Massnahme ist also wirtschaftlich positiv.
Der FV-Dosto zählt bereits heute zu den zuverlässigsten Zügen der Flotte. Mit dem Umbau wird die Zuverlässigkeit weiter erhöht.
Für die Entscheidung wurden in den letzten Monaten umfangreiche Tests mit einem FV-Dosto mit umgebauten Drehgestellen ohne Wankkompensation durchgeführt. Bei zahlreichen Testfahrten mit Messgeräten und Testpersonen, darunter Kundenbegleitende und Fahrer:Innen, wurden Fahrkomfort, Betrieb und Sicherheit geprüft. Die Resultate sind eindeutig: Messungen bestätigten die positiven Empfindungen der Testpersonen. Schwingungen und Stösse werden erheblich besser abgefedert, was Fahrten in Kurven und Einfahrten in Bahnhöfe für die Fahrgäste deutlich angenehmer macht.
Die innovative technische Lösung wurde von Alstom entwickelt und gemeinsam mit der SBB umgesetzt. Bei allen FV-Dosto-Zügen wird die Wankkompensation entfernt und einige Komponenten werden ersetzt oder angepasst. Die Beschaffung der Komponenten für die Drehgestelle schreibt die SBB demnächst auf der Beschaffungsplattform SIMAP aus. Nach Erhalt der Betriebsbewilligung durch das Bundesamt für Verkehr soll der Umbau der Flotte voraussichtlich Ende 2026 starten und bis Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen sein.
Der Umbau wird in der Schweiz im Rahmen der regulären Revisionen durchgeführt, unterstützt durch Alstom und weitere Partner. Die Arbeiten werden koordiniert, damit der reguläre Fahrbetrieb wie üblich weiterläuft. Die SBB investiert damit in die Zukunft des Zuges, der mindestens noch 20 Jahre im Einsatz bleibt.