SBB Güterverkehr richtet sich neu aus und sichert Arbeitsplätze

Die SBB hat die Neuausrichtung ihres Güterverkehrs bekanntgegeben. Grund ist ein strukturelles Defizit von jährlich rund 80 Millionen Franken. Da der Güterverkehr kein Service Public ist, fordert der Bund als Eigentümer künftig Eigenwirtschaftlichkeit.
Im Tessin werden bis Ende 2025 etwa 40 Stellen abgebaut, insgesamt schweizweit rund 65. Kündigungen sind jedoch nicht vorgesehen: Den betroffenen Mitarbeitenden werden GAV-konforme Lösungen innerhalb des Kantons angeboten.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Kombinierten Verkehr (KV), also dem Umschlag von Containern oder Trailern zwischen Strasse und Schiene. Trotz aktuell hohen Verlusten von rund 12 Millionen Franken pro Jahr soll mit einem neuen Produktionsmodell die Nachfrage effizienter bedient werden. Ab 2026 ist eine erste Shuttle-Verbindung zwischen Dietikon und Stabio geplant. Der Wegfall von acht Terminals kann zu jährlich rund 20 000 zusätzlichen Lastwagenfahrten führen – im Vergleich zu heute 30 Millionen Fahrten.
Der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV), bei dem einzelne Wagen verschiedener Kund:Innen zusammengestellt werden, verursacht weiterhin hohe Verluste. Hier arbeitet SBB Cargo mit Grosskund:Innen an einem neuen Modell, gestützt auf eine befristete finanzielle Förderung durch den Bund.
Ein weiterer Schritt ist die Einstellung der sogenannten Partnerzüge für DB Cargo im Transit durch die Schweiz. Diese Transporte bleiben jedoch auf der Schiene, da andere Eisenbahnunternehmen übernehmen.
Parallel dazu hat die RAlpin AG angekündigt, die Rollende Landstrasse Ende 2025 drei Jahre früher als geplant einzustellen. 2023 transportierte sie rund 80 000 Lastwagen, was sieben Prozent des kombinierten Transitverkehrs entspricht. Ziel ist es, mindestens die Hälfte der bisherigen Kund:Innen auf den unbegleiteten KV zu halten.
Mit Investitionen in neue Loks, Wagen und Automatisierung will die SBB die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs sicherstellen und das Verlagerungsziel im Transitverkehr weiter unterstützen.