SBB kündigt Ausschreibung für neue Bahnleittechnik an und verlängert Iltis

Die SBB hat die Beschaffung eines neuen Bahnleittechniksystems vorangekündigt und gleichzeitig den Vertrag für das bestehende System Iltis mit der Siemens Mobility AG verlängert. Für die Verlängerung wurde freihändig ein Kostendach von 280 Millionen Franken inklusive 8.1 Prozent Mehrwertsteuer publiziert. Die SBB ist nicht verpflichtet, diesen Betrag auszuschöpfen.

Die neue Bahnleittechnik wird modular über mehrere Ausschreibungen beschafft. Der Start erfolgt 2027 mit einem selektiven Verfahren und anschliessendem Dialog. Die erste Ausschreibung ist in Lose aufgeteilt und umfasst die Module PEL (Plan Execution Layer), die einheitliche Bedienebene, sicherheitsrelevante Funktionen sowie diverse Dienstleistungen. Verfahrenssprache ist Deutsch, Bietergemeinschaften und Subunternehmen sind zugelassen. Die Vorankündigung dient der Sensibilisierung der Industrie, Änderungen an Inhalten und Terminen bleiben vorbehalten.

Iltis wurde vor über 30 Jahren von Siemens entwickelt und bleibt bis zur Ablösung im Einsatz. Der verlängerte Vertrag umfasst Softwarepflege, Support, Weiterentwicklung, Anlagenbau und technische Nachbetreuung und läuft bis maximal Ende 2045. Die freihändige Vergabe begründet die SBB damit, dass sämtliche Rechte an Iltis bei Siemens liegen: Quellcode und Immaterialgüterrechte gehören dem Hersteller, Sicherheitsnachweise und Zulassung sind an das Bestandssystem gebunden. Das neue System soll spätestens 2045 in Betrieb gehen.