SBB richtet Güterverkehr neu aus – Eigenwirtschaftlichkeit bis 2033

Der Güterverkehr der SBB steht an einem Wendepunkt: rückläufige Mengen, überaltertes Rollmaterial und ein strukturelles Defizit von 126 Millionen Franken 2025. In den letzten 10 Jahren ist die Transportmenge um rund einen Drittel gesunken. Mit einem bis 2033 umgesetzten Plan will die SBB den Schienengüterverkehr stärken, Arbeitsplätze sichern und die Landesversorgung gewährleisten.

Die SBB bietet drei Angebote: Einzelwagenladungsverkehr (EWLV, einzelne Wagen werden gesammelt und nach Zielbahnhof feinverteilt), kombinierten Verkehr (KV, Container und Sattelauflieger per Bahn und Lkw) sowie Ganzzugverkehr. Nur der Ganzzugverkehr ist kostendeckend. Der EWLV verursachte 2025 einen Verlust von 86 Millionen Franken bei rund 48 Prozent Anteil an der Transportleistung von SBB Cargo Schweiz.

Ende 2025 stellt die SBB acht KV-Terminals ein und fokussiert sich mit einem Shuttle-Zug Dietikon-Stabio auf die Nord-Süd-Achse. Schweizweit fallen rund 65 Stellen weg, möglichst über natürliche Fluktuation. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 startet im EWLV ein neues Produktionsmodell: schwach nachgefragte Bedienpunkte fallen weg, rund 98 Prozent der Wagenmenge bleiben transportierbar. Ab Herbst 2027 setzt die SBB neue Lokomotiven von Stadler Rail ein.

Der Bund unterstützt den EWLV von 2026 bis 2029 mit 260 Millionen Franken und Verlader unbefristet mit jährlich 50 Millionen Franken. Für die digitale automatische Kupplung stehen bis zu 180 Millionen Franken bereit.

Quelle: https://news.sbb.ch