SBB streicht Fanzüge ausserhalb des regulären Fahrplans

Die SBB passt ihr Angebot an Fanzügen auf die Saison 2026/27 an. Künftig kommen Fanzüge nur noch dann zum Einsatz, wenn zum entsprechenden Zeitpunkt auch reguläre Züge verkehren. Besteht nach Spielende keine reguläre öV-Verbindung mehr, können Vereine oder Fanorganisationen Charterzüge bestellen. In den ersten zehn Spielrunden betrifft dies drei der insgesamt 60 Spiele.

Zusätzlich gilt für Fanreisen künftig ein Verhaltenskodex mit klaren Regeln und definierten Konsequenzen bei Verstössen. Diese reichen je nach Schwere von Wagenräumungen über Zugausfälle bis zu rechtlichen Schritten. Wiederholte oder schwere Verstösse können sich auf künftige Fanzugangebote auswirken.

Am Grundsatz hält die SBB fest: Bei Spielen der Super League setzt sie für Gästefans ab einer Gruppengrösse von 400 Personen weiterhin Fanzüge ein. Für kleinere Gruppen erfolgt eine Gruppenreservation in einem regulären Zug, bei Bedarf mit zusätzlichen Wagen. Für die Fanzüge trägt die SBB jährlich ungedeckte Kosten von über vier Millionen Franken, hinzu kommen Kosten durch Vandalismus und Zusatzaufwände im Betrieb.

Anlass der Mitteilung ist eine Blockade vom vergangenen Samstag: GC-Fans hielten einen Zug zwischen Zürich und Bern auf, indem sie mindestens 15 Mal die Notbremse zogen und den Brandalarm auslösten. Die für sie reservierten Wagen nutzten sie nicht. Betroffen waren 85 Züge mit kumulierten Verspätungen von 6 Stunden und 25 Minuten. Die SBB hat Strafanzeige eingereicht.