SBB testet naturnahe Grünflächenpflege rund um 85 Bahnhöfe in der Westschweiz

Die SBB erweitert ihre Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und startet 2026 ein Pilotprojekt zur naturnahen Grünflächenpflege an rund 85 Bahnhöfen in der Westschweiz. Dabei werden ausgewählte Grünflächen weniger häufig gemäht oder geschnitten, um Lebensraum und Nahrungsangebot für Insekten und Kleintiere wie Wildbienen, Tagfalter oder Igel zu schaffen. Je nach Standort wird die Schnitthäufigkeit auf zwei oder nur einen Schnitt pro Jahr reduziert. An fünf Standorten wird im Sommer 2026 zudem ein Versuch durchgeführt, bei dem nur die Hälfte der Fläche gemäht wird; die andere Hälfte bleibt als Rückzugsort erhalten und wird im Folgejahr geschnitten. Vor Ort informieren Schilder die Fahrgäste über das veränderte Erscheinungsbild der Flächen. Ob die naturnahe Grünflächenpflege schweizweit eingeführt wird, hängt von der ökologischen Wirkung, der Akzeptanz der Kund:innen und der Sicherheit des Bahnbetriebs ab.

Parallel dazu setzt die SBB die naturnahe Böschungspflege fort. Im Rahmen des Aktionsplans Biodiversität Schweiz sollen langfristig 30 Prozent der Böschungen entlang des über 3’000 km langen Streckennetzes naturnah gepflegt werden. Statt zu mulchen wird gemäht und das Schnittgut zusammengetragen, ergänzt durch Kleinstrukturen zur Längs- und Quervernetzung der Lebensräume.

Weitere Massnahmen umfassen Nisthilfen und Fledermauskästen an bahnnahen Gebäuden und Energieanlagen wie Unterwerken, umgesetzt in Absprache mit den kantonalen Fledermauskoordinationsstellen und der Vogelwarte. Ein Teil der Fledermauskästen wird durch SBB Anyway produziert. Ende 2025 hat die SBB zudem gemeinsam mit der Gemeinde Balerna den «Eisenbahngarten Balerna» eröffnet: Ein stillgelegtes Areal oberhalb des Bahntunnels wurde in einen öffentlichen Park mit Gemeinschaftsgärten, Wasserbiotop und Obstgarten mit Sorten aus dem ProSpecieRara-Programm umgewandelt. Konsequent wiederverwendet wurden dabei SBB Materialien – so entstanden aus 147 Metern Schienen Handläufe, Tischgestelle, Brunneneinfassungen und Zäune.

Quelle: https://news.sbb.ch