SBB untersucht Bedarf an kompakten Rangierlokomotiven

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Die SBB Infrastruktur evaluiert derzeit den Markt für kompakte Rangierlokomotiven, die sowohl im Strecken- als auch im Baustellenbetrieb eingesetzt werden können. Im Zentrum stehen bimodale Konzepte, die den Betrieb unter 15 kV/16.7 Hz ebenso ermöglichen wie den Einsatz mit Batterie, wenn auf Baustellen die Fahrleitung ausgeschaltet ist.

Technische Eckpunkte
Gefordert wird ein Leistungsbereich von rund 1 MW ab Oberleitung und etwa 300 kW im Batteriemodus. Die Fahrzeuge sollen eine hohe Anfahrzugkraft ab mindestens 150 kN erreichen und damit auch anspruchsvolle Arbeitszüge bewegen können. Für den Streckenbetrieb werden mindestens 100 km/h erwartet, geschleppt mindestens 120 km/h. Im Batteriebetrieb sollen mindestens 60 km/h möglich sein, um Baustellenlogistik effizient abzuwickeln.

Betriebliche Anforderungen
Vorgesehen ist der uneingeschränkte Einsatz im Schweizer Normalspurnetz. Die Lokomotiven sollen mit ETCS SRS 4.0.0 ausgerüstet sein und Mehrfachtraktion mindestens zu zweit unterstützen. Eine möglichst kompakte Fahrzeuglänge ist ebenfalls ein Ziel, insbesondere für Einsätze auf Baustellen mit engen Platzverhältnissen.

Einordnung
Mit dieser Marktanalyse adressiert die SBB ein Thema, das in vielen europäischen Infrastrukturflotten an Bedeutung gewinnt: flexible Lokomotiven, die emissionsarm, modular und für hybride Einsatzszenarien geeignet sind. Die Kombination aus Streckentauglichkeit, hoher Zugkraft und leistungsfähigem Batteriebetrieb bildet einen klaren technologischen Trend ab. Hersteller:Innen mit entsprechenden Konzepten oder Entwicklungsprojekten erhalten damit einen Hinweis, welche Fähigkeiten künftig gefragt sein werden.