Schienengüterverkehr verliert Marktanteile an die Strasse

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Die folgenden Angaben basieren auf der Gütertransportstatistik des Bundesamtes für Statistik vom 24.11.2025. Die publizierten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2024 und zeigen eine deutliche Verschiebung zwischen den Verkehrsträgern.

Der Schienengüterverkehr verzeichnete 2024 einen Rückgang der Transportleistungen um 2.6 Prozent auf 9.6 Milliarden Tonnenkilometer. Dies ist der tiefste Wert seit 2009. Parallel dazu stieg der Strassengüterverkehr um 1.4 Prozent auf 16.5 Milliarden Tonnenkilometer. Insgesamt blieb das Transportvolumen mit 26.1 Milliarden Tonnenkilometern stabil, der Marktanteil der Schiene sank jedoch auf 37 Prozent, jener der Strasse stieg auf 63 Prozent.

Strasse und Schiene erfüllen unterschiedliche Funktionen. Die Strasse dominiert die regionale Feinverteilung und erbringt 66 Prozent ihrer Leistungen im Binnenverkehr. Die Schiene weist deutlich längere mittlere Transportdistanzen auf und erzielt 75 Prozent ihrer Leistungen im internationalen Verkehr. 2024 lag die durchschnittliche Transportdistanz auf der Schiene bei 168 Kilometern, auf der Strasse bei 50 Kilometern.

Im alpenquerenden Güterverkehr bleibt die Schiene mit einem Anteil von 70 Prozent weiterhin führend. Dennoch verlor sie gegenüber dem Vorjahr rund 2 Prozentpunkte. Ursachen waren umfangreiche Baustellen auf wichtigen Güterverkehrsachsen sowie Unwetterereignisse, die zu Produktions- und Exportrückgängen bei schienenaffinen Gütern führten. Der Schienenexport erreichte den tiefsten Stand seit Beginn der Zeitreihe 2008.

Schwere Strassenfahrzeuge legten 2024 insgesamt 2.2 Milliarden Kilometer zurück, davon 78 Prozent durch inländische Fahrzeuge. Hinzu kamen 5.2 Milliarden Kilometer von leichten Güterfahrzeugen bis 3.5 Tonnen. Im gesamten motorisierten Verkehr von 66.7 Milliarden Kilometern erreichten schwere Lastwagen und Sattelschlepper einen Anteil von 3 Prozent, leichte Güterfahrzeuge 8 Prozent. Personenwagen dominierten mit 86 Prozent.