Schweden: KI-Feldtest von Alstom und Flox Intelligence gegen Wildtierkollisionen

Alstom und das schwedische Deep-Tech-Unternehmen Flox Intelligence führen auf mehreren schwedischen Bahnstrecken einen Feldtest mit einer KI-Technologie durch, die Wildtiere entlang der Gleise erkennen und abschrecken soll. Jährlich werden in Schweden rund 5’000 Zusammenstösse mit Tieren gemeldet – eine der häufigsten Störungsursachen im Bahnverkehr.
Das System nutzt KI-gestützte Kameras, die Tiere in Echtzeit erkennen und gezielte Audiosignale (akustische Abschreckung) auslösen, um die Tiere von den Gleisen zu vertreiben. In einer ersten Phase erfasste die KI unter anderem Elche, Rehe, Füchse und Wildschweine, aber auch kleinere Arten und Vögel, die in der bisherigen Bahnstatistik selten dokumentiert waren. Bei Nutztieren sowie Krähen und Tauben erwies sich die Erkennung als besonders genau, während Elche und Rehe zusätzlichen Trainingsaufwand erforderten. Im April 2026 begann die zweite Phase mit dem vollständigen System aus Videoerkennung und akustischer Abschreckung.
Die Tests laufen in Zusammenarbeit mit der regionalen Bahngesellschaft Tåg i Bergslagen und deren Betreiber VR auf den Strecken Dalabanan, Bergslagsbanan, Godsstråket durch Bergslagen sowie Bergslagspendeln. Gefördert wird das Projekt durch die schwedische Innovationsagentur Vinnova. Koordiniert wird die Zusammenarbeit über die 2023 eröffnete Alstom Innovation Station in Stockholm, die als Plattform für Kooperationen mit Start-ups und Betreibern in den nordischen Ländern dient.
Ziel ist es, Kollisionen zu reduzieren und damit die Pünktlichkeit zu erhöhen, Reparaturkosten zu senken und die Belastung für Triebfahrzeugführende zu verringern.
Quelle: https://www.alstom.com