Schweizer Buspersonal: Studie belegt Gesundheitsrisiken im Berufsalltag

Wie die SEV-Zeitung berichtet, hat eine Konferenz am Institut für öffentliche Verwaltung in Lausanne die Ergebnisse der Trapheac-Studie von Unisanté (Lausanne) zur Gesundheit von Busfahrenden in der Schweiz vorgestellt. Die Langzeitstudie zeigt strukturelle Belastungen im Berufsalltag auf.
An der Konferenz vom 24. April schilderten Busfahrer:innen lange Dienstzeiten, chronische Müdigkeit und unzureichende Pausen. Die Studie belegt dies mit Zahlen: Jeder zusätzliche Tag mit einer Tagesamplitude über zehn Stunden erhöht das Erschöpfungsrisiko um 13 %, bei erlebten Aggressionen um 36 %. 13 % der Befragten erleben täglich Übergriffe von Fahrgästen, 44 % sind täglich der Aggressivität anderer Verkehrsteilnehmer:innen ausgesetzt.
Bei Muskel- und Skeletterkrankungen zeigt sich ein ähnliches Bild: 67 % leiden unter Nackenschmerzen, knapp 60 % unter Rückenschmerzen – verglichen mit 11 % in der Allgemeinbevölkerung. Als Schutzfaktor identifiziert die Studie ausreichend lange Pausen an ruhigen Orten; nur eine Minderheit verfügt darüber.
Martin von Känel, Vizedirektor des Bundesamts für Verkehr (BAV), räumte ein, dass Dienstpläne und Erholung besser berücksichtigt werden müssten. Der SEV (Gewerkschaft des Verkehrspersonals) kündigte eine Kampagne an und fordert Arbeitszeitbegrenzungen, ausreichende Ruhezeiten und besseren Schutz vor Übergriffen. Die Absenzenquote liege häufig über 10 % und verursache Kosten von mehreren Dutzend Millionen Franken.
Quelle: https://sev-online.ch