Schweizer öV erhöht Tarife ab Dezember 2026 um 3.9 Prozent

Die öV-Branche passt die Tarife im Nationalen Direkten Verkehr (national gültige Billette und Abonnemente) per Fahrplanwechsel im Dezember 2026 um durchschnittlich 3.9 Prozent an. Der Strategierat der Alliance SwissPass hat diesen Entscheid gefällt.

Als Gründe nennt die Branche gestiegene Teuerung, höhere Personal- und Materialkosten sowie anhaltend hohe Energiepreise. Die allgemeine Teuerung stieg seit Ende 2023 bis Februar 2026 um 1.3 Prozent. Hinzu kommen politische Entscheide: Das Parlament hat im Rahmen des Entlastungspakets 2027 die Rückvergütung der Mineralölsteuer ab 2027 gestrichen. Ausserdem liegt der Kreditrahmen für den regionalen Personenverkehr 2027 und 2028 unter dem angemeldeten Bedarf der Branche.

Die Preiserhöhung fällt je nach Angebot unterschiedlich aus. Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien werden gar nicht oder nur geringfügig teurer. Das Generalabonnement steigt stärker als Einzelbillette. Das Halbtax-Abo verteuert sich um 5 Franken. Der Bonus der Guthaben-Pakete beim Halbtax PLUS bleibt unverändert. Bei Velo- und Hunde-Billetten sind ebenfalls Anpassungen vorgesehen.

Gleichzeitig kündigt die Branche Angebotserweiterungen an: darunter den Halbstundentakt zwischen St. Gallen und Sargans, ein neues Nachtnetz an Wochenenden sowie den nach eigenen Angaben grössten Angebotsausbau seit 20 Jahren in der Nordwestschweiz per Ende 2025. Die detaillierten Preise will die öV-Branche im Frühling 2026 kommunizieren. Regionale Verbünde legen ihre Tarifanpassungen eigenständig fest.