Siemensbahn Berlin: Allianz-Partner für Reaktivierung stehen fest

Ein wichtiger Meilenstein für die Reaktivierung der historischen Siemensbahn in Berlin ist erreicht: Die Deutsche Bahn hat die Vertragspartner für das ambitionierte Infrastrukturprojekt bekanntgegeben. Erstmals kommt dabei in der Region Ost das innovative Partnerschaftsmodell Schiene zum Einsatz.
Neues Kooperationsmodell für mehr Effizienz
Das Partnerschaftsmodell Schiene setzt auf integrierte Zusammenarbeit von Beginn an. Alle Beteiligten wirken gemeinsam in Planung und Umsetzung mit, um fachübergreifend Synergien zu schaffen, Qualität zu sichern und sowohl Termine als auch Kosten einzuhalten. Dieses innovative Vorgehen soll eine effiziente und nachhaltige Wiederanbindung der 4,5 Kilometer langen Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld ermöglichen.
Starke Partnerschaften für komplexes Projekt
Für die fünf Vergabepakete konnte die DB neun spezialisierte Unternehmen gewinnen. Die OBERMEYER Gruppe und Schüssler Plan GmbH übernehmen die Planungsarbeiten, während PORR, KEMNA BAU und MCE den konstruktiven Ingenieurbau für Neubauten verantworten. Für Instandsetzungsarbeiten sind Eiffage SEH Engineering, Eiffage STC sowie Leonhard Weiss zuständig. Die Sächsische Bau GmbH kümmert sich um Gleichrichterunterwerke und Verkehrsanlagen.
Umfangreiche Modernisierung geplant
Die Hauptbauarbeiten umfassen den Ausbau und die Modernisierung von rund 4,5 Kilometern Bahnstrecke sowie den Neubau und die Instandsetzung historischer Brücken und Verkehrsbauwerke. Besonderes Augenmerk liegt auf der technischen Modernisierung und dem barrierefreien Ausbau der Verkehrsstationen. Zudem entstehen neue Gleichrichterunterwerke und innovative Lösungen zur Leit- und Sicherungstechnik werden umgesetzt.
Politische Unterstützung für Zukunftsprojekt
Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter, betont: “Mit dem Partnerschaftsmodell für die Siemensbahn läuten wir eine neue Ära bei der Zusammenarbeit und Umsetzung von Infrastrukturprojekten ein.” Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Klimaschutz und Umwelt, sieht in dem Projekt ein Vorbild “für nachhaltige Stadtentwicklung, für eine neue Baukultur der Zusammenarbeit und für einen öffentlichen Nahverkehr, der die Zukunftsfähigkeit Berlins sichert.”
Von der Geschichte in die Zukunft
Die als “Siemensbahn” bekannte S-Bahn-Strecke wurde bereits 1929 in Betrieb genommen und erschloss damals die Siemensstadt auf dem Schienenweg. Seit 1980 fahren dort keine Züge mehr. Die Reaktivierung ist Teil des Projekts “i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg”, dessen Planungsfinanzierung vom Land Berlin getragen wird.
Ab 2029 wird der Siemensstadt Square Campus wieder per S-Bahn erreichbar sein und eine direkte Anbindung an die Ringbahn erhalten. Dies ermöglicht schnelle Verbindungen zum Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg. Zusätzlich wird die Station Westhafen erweitert und eine mögliche Verlängerung der Trasse zur Erschließung weiterer Wohngebiete westlich der Insel Gartenfeld untersucht.
Die Reaktivierung der Siemensbahn zeigt exemplarisch, wie historische Verkehrsinfrastruktur den modernen Mobilitätsbedürfnissen einer wachsenden Metropolregion angepasst werden kann und dabei nachhaltige Verkehrsentwicklung vorantreibt.