SNCB schafft Ticketverkauf im Zug ab 1. Juli 2026 ab

Die belgische Bahn SNCB beendet per 1. Juli 2026 den Ticketverkauf an Bord ihrer Züge. Künftig müssen Fahrgäste vor dem Einstieg im Besitz eines gültigen Fahrausweises sein. Damit zieht die SNCB mit der Mehrheit der europäischen Bahnen gleich, bei denen ein Ticketkauf im Zug bereits nicht mehr möglich ist. Die Massnahme gilt für sämtliche Züge in Belgien sowie für die meisten grenzüberschreitenden Linien.

Die SNCB begründet den Schritt mit der Bekämpfung des Schwarzfahrens und mit dem Schutz des Bordpersonals. Diskussionen rund um den Ticketkauf bei Kontrollen sind laut Unternehmen die häufigste Ursache für Übergriffe auf Mitarbeitende. 2025 wurden 2’602 Vorfälle gegenüber dem Personal registriert, rund sieben pro Tag und deutlich mehr als die 2’103 Fälle im Vorjahr. In über 40 Prozent der Fälle kam es zu körperlicher Gewalt, sonst zu Beleidigungen oder Drohungen. Der finanzielle Schaden durch Schwarzfahren beziffert die SNCB auf jährlich mehrere Dutzend Millionen Euro.

Der Verkauf an Bord ist heute bereits marginal: 2025 wurden weniger als 1.5 Prozent aller Tickets im Zug verkauft, über 90 Prozent laufen über digitale Kanäle oder Automaten. Parallel hat die SNCB die Kontrollen 2025 um 50 Prozent gesteigert und setzt mobile Teams sowie den Sicherheitsdienst Securail ein. Fahrgäste ohne gültiges Ticket können sich vor Ort mit 90 Euro regularisieren, andernfalls droht eine Busse von 250 Euro, im Wiederholungsfall bis 500 Euro. Zudem prüft die SNCB die Einführung von Zugangsschranken in den Bahnhöfen.

Quelle: https://press.sncb.be