SNCB streicht wegen Hitze Züge ohne Klimaanlage in Belgien

Die belgische Bahngesellschaft SNCB ergreift wegen der anhaltenden Hitze zusätzliche Massnahmen, um den Betrieb für Fahrgäste und Personal sicher und so komfortabel wie möglich zu halten. An Werktagen verkehren auf dem belgischen Netz rund 3’800 Züge. Während die Flotte mit den Doppelstockzügen des Typs M7 modernisiert wird, deren Auslieferung 2026 abgeschlossen wird, verfügen die ältesten Fahrzeuge über keine Klimaanlage und sind anfälliger für Störungen. Bei hohen Temperaturen beeinträchtigt dies sowohl den Komfort der Fahrgäste als auch die Arbeitsbedingungen des Personals.
Nach der Streichung von 15 Zügen mit altem Fahrzeugmaterial zu Beginn der Woche weitet die SNCB die Massnahmen aus. 200 Züge des Typs Sprinter ohne Klimaanlage werden gestrichen, weil die Temperaturen im Innenraum zu hoch werden können. 60 Prozent dieser Züge werden durch neueres, klimatisiertes Material des Typs Desiro ersetzt. Bei einzelnen Desiro-Kompositionen kann es vorübergehend zu einer Verkürzung der Zugzusammensetzung kommen, sofern dies mit der erwarteten Auslastung vereinbar ist.
Von Mittwoch bis und mit Freitag werden zusätzliche P-Züge gestrichen. Die beiden S-Verbindungen S5 zwischen Geraardsbergen und Mechelen sowie S7 zwischen Halle und Vilvoorde verkehren nur noch einmal pro Stunde. Betroffen sind Verbindungen, für die alternative Angebote bestehen. Insgesamt werden pro Tag 100 Züge gestrichen.
Die SNCB empfiehlt Fahrgästen, ihre Reise vorab über App oder Website zu planen, wo Fahrplananpassungen, erwartete Auslastung, Wagenzahl und Angaben zur Klimatisierung ersichtlich sind. Besonders gefährdeten Personen rät die SNCB, Fahrten zu vermeiden, allen anderen, möglichst nicht zur Hauptverkehrszeit zu reisen und ausreichend Wasser mitzuführen. In rund hundert Bahnhöfen stehen Trinkwasserbrunnen zur Verfügung. Gruppen mit Reservierung in betroffenen Zügen werden von der SNCB betreut, die Alternativen anbietet, bei Bedarf auch Busse.
Quelle: press.sncb.be
