SOB testet aktives Fahrassistenzsystem im Linienbetrieb

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Die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) hat am 1. Juli 2025 den Praxistest ihres aktiven Fahrassistenzsystems (AFAS) im regulären Linienbetrieb gestartet. Der erste Einsatz erfolgte auf der Linie S31 zwischen Arth-Goldau und Biberbrugg. Die Zustimmung für den Testbetrieb wurde vorgängig vom Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilt.

AFAS ist ein teilautomatisiertes System, das das Lokpersonal bei Aufgaben wie Temporegelung, Anfahren, Bremsen und präzisem Anhalten unterstützt. Die Verantwortung bleibt jederzeit beim Lokpersonal. Es handelt sich um die erste derartige Erprobung eines Assistenzsystems auf dem Schweizer Normalspurnetz. Im Unterschied zu rein fahrdynamischen Systemen greift AFAS aktiv in die Fahrzeugsteuerung ein, ohne das Personal zu ersetzen.

Der Versuchsbetrieb ist auf ein Jahr angelegt. Täglich sollen bis zu vier Zugfahrten unter Assistenzsystem-Begleitung durchgeführt werden. Die gesammelten Daten werden laufend ausgewertet, wobei die Resultate bis Ende 2026 erwartet werden. Die SOB plant, die Erkenntnisse der Branche zur Verfügung zu stellen, um die Weiterentwicklung automatisierter Bahnsteuerungssysteme in der Schweiz voranzutreiben.

Für Leser:Innen aus Verwaltung, Mobilität oder Politik bietet der Versuch wichtige Referenzwerte zur konkreten Umsetzung von Automatisierung im Bahnverkehr. Die gewonnenen Daten erlauben eine faktenbasierte Beurteilung der Potenziale und Grenzen teilautomatisierter Systeme in regulären Betriebsumgebungen. AFAS ist damit ein Beispiel für die schrittweise Einführung unterstützender Automatisierung ohne vollständige Entkopplung vom menschlichen Fahrpersonal.