Stadler liefert SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge an die WESTbahn: Verbindungen auch in die Schweiz?

Bild: STADLER

Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen Stadler und der WESTbahn für drei SMILE-Hochgeschwindigkeitszüge am 12. März 2025 erweitert die private Bahngesellschaft ihr Angebot auf der Strecke Wien – Graz – Klagenfurt – Villach. Gebaut in Bussnang (Schweiz), erreichen die neuen Züge eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h und bieten hohen Fahrgastkomfort. Auffallend ist die technische Konzeption: Die Züge verfügen über eine TSI-Zulassung mit Netzzugang für die Schweiz, Deutschland, Italien und Österreich – eine Ausweitung des Einsatzgebiets scheint somit denkbar.

Parallelen zum Giruno der SBB

Der SMILE-Typ entspricht dem SBB Giruno, der seit 2019 auf der Gotthardachse unterwegs ist. Beide Modelle bieten niederflurige, barrierefreie Einstiege, grosszügige Fahrgastbereiche mit WLAN und Steckdosen an jedem Sitzplatz sowie eine hohe Energieeffizienz. Die Mehrsystemfähigkeit des SMILE erlaubt den grenzüberschreitenden Einsatz über verschiedene Bahnstromsysteme hinweg. Dies wirft die Frage auf, ob die WESTbahn neben ihrer Expansion in Österreich auch eine längerfristige Erweiterung in Richtung Schweiz plant.

Neue Verbindungsperspektiven?

Bisher konzentriert sich die WESTbahn auf innerösterreichische Verbindungen und den internationalen Verkehr nach München. Mit der TSI-Zulassung für die Schweiz wäre eine Ausweitung des Streckennetzes nach Zürich oder Basel technisch machbar. Der SMILE würde sich als Konkurrenzprodukt zur SBB und zur DB/ÖBB-EC-Verbindung Wien – Zürich positionieren. Die Frage bleibt: Hat die WESTbahn eine solche Expansion im Visier? Angesichts des Wettbewerbsdrucks auf der Brenner- und Gotthardroute könnte eine Verbindung nach Zürich eine interessante Option sein. Offizielle Ankündigungen dazu gibt es jedoch noch nicht.

Die Einführung der SMILE-Züge bei der WESTbahn ist ein wichtiger Schritt für den privaten Bahnbetreiber. Ob sie jedoch auch den Weg in die Schweiz finden, bleibt abzuwarten.