Strassentransport: Kapazitätsunterschiede Europa und USA

Die Analyse des Logistikdienstleisters Transporeon zeigt strukturelle Unterschiede bei den verfügbaren Frachtkapazitäten im Strassengüterverkehr zwischen Europa und den USA.
Beide Märkte waren im ersten Halbjahr 2022 von Kapazitätsengpässen geprägt, ausgelöst durch Nachfrage-Peaks nach den Corona-Shutdowns und Lieferkettenunterbrechungen. Der US-Markt durchlief den anschliessenden Erholungszyklus rund vier Monate früher als Europa. Im Jahr 2023 erreichte die verfügbare Kapazität in beiden Regionen den höchsten Stand seit Jahren.
Ab dem ersten Quartal 2024 entwickelten sich die Märkte unterschiedlich: In den USA blieb die Kapazität bis ins vierte Quartal 2025 hoch. In Europa hingegen sank sie stetig – bedingt durch Flottenreduktionen europäischer Transportunternehmen, steigende Betriebskosten und eine zunehmende Zahl von Insolvenzen in der Branche.
In den USA ist seit kurzem ebenfalls ein Kapazitätsrückgang zu beobachten. Laut Christian Dolderer von Transporeon sind neben extremen Wetterereignissen auch strukturelle Faktoren ausschlaggebend: Die Neuzulassungen von Schwerlastkraftwagen gingen 2025 stark zurück. Dennoch bleibt die verfügbare Lkw-Kapazität in den USA insgesamt hoch.
Für 2026 erwartet Dolderer in den USA einen weiteren Kapazitätsrückgang, vor allem durch Insolvenzen und Angebotsreduktionen. In Europa dürfte eine Erholung der Transportnachfrage den Druck auf die ohnehin knappen Kapazitäten zusätzlich erhöhen.
Quelle: Transporeon Freight Perspectives