Studie Uni Basel: 4.50 Franken externe Verkehrskosten pro Person und Tag

Eine Studie der Universität Basel zeigt, wie sich die externen Kosten des Verkehrs verrechnen und die Einnahmen sozial verträglich zurückverteilen liessen. Die Ergebnisse der Gruppe um den Ökonomen Beat Hintermann sind im Journal «Review of Economic Studies» erschienen. Eine umfassende Bepreisung dieser Kosten gibt es in der Schweiz bisher nicht.
Während acht Wochen zeichneten rund 3’600 Autofahrende aus Schweizer Agglomerationen ihre Wege mit einer App auf. Ein Teil wurde über die verursachten externen Kosten informiert, ein weiterer erhielt zusätzlich ein Budget, von dem diese Kosten abgezogen wurden. Die Information allein änderte wenig; erst der Abzug vom Budget führte zu weniger Autofahrten und mehr Umstiegen auf andere Verkehrsmittel.
Pro Tag und Person stehen privaten Kosten von 23 Franken externe Kosten von 4.50 Franken gegenüber: 2 Franken für Luftverschmutzung und Lärm, 1.10 Franken für Stau und überfüllten öffentlichen Verkehr, 90 Rappen für Klimaschäden und 60 Rappen für Gesundheitskosten.
Jede Fahrt zu erfassen wäre aufwendig und datenschutzrechtlich heikel. Laut den Modellrechnungen liesse sich ein grosser Teil des Nutzens auch über einfachere Grössen erzielen, etwa den Treibstoffverbrauch oder bei Elektroautos die gefahrenen Kilometer. Die Einnahmen könnten in einen Fonds fliessen und zurückverteilt werden, laut Hintermann rund 1’600 Franken pro Person und Jahr. Die Teilnehmenden wollten die Mittel mehrheitlich im öV-Ausbau sehen.
