Stuttgart 21: Deutsche Bahn legt neuen Inbetriebnahmeplan vor

Die Deutsche Bahn hat den Inbetriebnahmeplan für Stuttgart 21 neu aufgestellt. Grundlage ist ein Bericht der Konzernrevision, der erhebliche Defizite in Planung, Steuerung und Risikomanagement offengelegt hat. Der ursprünglich für Ende 2026 vorgesehene Termin ist nach den Erkenntnissen des Berichts nicht erreichbar. Das Projekt geht nun zwischen 2027 und 2033 in fünf Stufen in Betrieb.
Ab Dezember 2027 profitieren Reisende von kürzeren Wegen durch den Bonatzbau und über das Dach des künftigen Hauptbahnhofs. Im Dezember 2030 folgt der Fernbahnhof am Flughafen, zunächst für Regionalzüge in Richtung Reutlingen, Tübingen und Ulm. Der neue Hauptbahnhof als Durchgangsbahnhof nimmt im Dezember 2031 den Betrieb auf; Züge aus Richtung Bad Cannstatt fahren ab 2032 ein. Im Juli 2032 gehen die verlängerte und digitalisierte S-Bahn-Stammstrecke sowie die Haltestelle Mittnachtstrasse/Rosenstein in Betrieb. Den Abschluss bildet im Dezember 2033 der Pfaffensteigtunnel, der die Gäubahn über den Flughafen anbindet und die Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich um rund 15 Minuten verkürzt.
Die Verschiebungen führen zu Mehrkosten von rund 3 Milliarden Euro. Die Gesamtwertprognose steigt damit auf 14.5 Milliarden Euro. Als Hauptursachen nennt die DB die anspruchsvollere Digitalisierung des Bahnknotens, unzureichend ausgereifte Planungsprozesse, ein nicht mehr bedarfsgerechtes Technikgebäude aus dem Jahr 2013 sowie eine zu späte Reaktion auf eine Normänderung bei der Stromversorgung. Die Projektorganisation wird organisatorisch und personell neu aufgestellt; die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH übernimmt künftig als Inbetriebnahmeorganisation Verantwortung und Steuerung.
Quelle: deutschebahn.com
