SUST schliesst Untersuchung zur Kollision in St. Gallen St. Fiden ab

Bei der Durchfahrt durch den Bahnhof St. Gallen St. Fiden kollidierte am 19. Mai 2025 um 01:55 Uhr ein Lokzug der SBB Cargo mit der Schaufel und dem Ausleger eines im Nachbargleis stehenden Zweiwege-Baggers. Die Lokomotive vom Typ Re 420 entgleiste mit allen vier Achsen und wurde stark beschädigt, der Zweiwege-Bagger und ein mitgeführter Schweissanhänger wurden aus dem Gleis geschleudert. Der Maschinist und der Begleiter des Baggers erlitten schwere Verletzungen, der Lokführer kam mit einem Schock davon.

In jener Nacht wurde im gesperrten Gleis 23 ein Schienenwechsel ausgeführt, für den die Gleise 3-33-23 gesperrt waren. Der Zweiwege-Bagger fuhr entgegen der Anweisung des Arbeitsleiters, im Gleis 23 zu warten, vom gesperrten Gleis 23 in das nicht gesperrte Gleis 13. Dort drehte er Ausleger und Schaufel im Rahmen eines Schwenkmanövers über das benachbarte Gleis 14. Auf diesem Gleis fuhr zur selben Zeit der Lokzug mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h durch den Bahnhof.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST hat ihre Untersuchung mit dem Abschlussbericht vom 15. Juni 2026 abgeschlossen. Demnach ist die Kollision darauf zurückzuführen, dass mit dem Zweiwege-Bagger ein Schwenkmanöver in das Lichtraumprofil des Nachbargleises ausgeführt wurde, ohne dieses Gleis zu sperren. Die geltenden Vorschriften verlangen die Sperrung eines Gleises auch dann, wenn dessen Profil nur kurzzeitig durch ein Schwenkmanöver belegt wird. Die SUST stuft die Ursache nicht als systemisch ein und spricht keine Sicherheitsempfehlungen aus.