SwissRailvolution fordert Angebotskonzept vor weiterem Bahnausbau

SwissRailvolution ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bern, der sich für eine langfristige Erneuerung des Schweizer Schienennetzes einsetzt. Zentrales Anliegen ist das sogenannte Verkehrskreuz Schweiz mit zwei Hauptachsen in West-Ost- und Nord-Süd-Richtung, von Grenze zu Grenze.
In einer Stellungnahme vom 1. Juni 2026 zum Bericht “Verkehr ’45” von Prof. Ulrich Weidmann hält der Verein fest, dass sich der Bundesrat am 29. Januar 2026 darauf begrenzt habe, nur die Eckwerte des zukünftigen Bahnausbaus festzulegen. Weidmann habe den Auftrag gehabt, Projekte nach vorgegebenen finanziellen Mitteln zu priorisieren – nicht aber, diese in ein Angebotskonzept einzubetten.
Das Risiko von Falschinvestitionen bestehe weiterhin, wenn keine langfristig angelegte, nationale und internationale Angebotsstrategie politisch beschlossen werde, die aufzeige, wo das grösste Potenzial für die Verlagerung des Verkehrs auf die Bahn bestehe. Weidmann selbst weise darauf hin, dass sich ein Fahrplankonzept über seine Lebensdauer um entscheidende Minuten ändern könne und ein Ausbau damit obsolet werde. Für SwissRailvolution sei es gefährlich, priorisierte Grossprojekte vom STEP 2035 jetzt zu bauen, ohne das Angebot nach 2045 zu kennen.
Die zentrale Aussage des Weidmann-Berichts laute: Entweder seien im gegebenen Rahmen grosse, strukturell wirksame Projekte realisierbar, ergänzt durch gezielte Ausbauten in kapazitätskritischen Netzbereichen – oder aber die Netze würden kleinteilig verbessert, ohne wesentlichen strukturellen Mehrwert, wobei grundlegende Mängel und Kapazitätsengpässe noch über Jahrzehnte bestehen blieben.
SwissRailvolution unterstützt das Vorhaben des Bundesrates, den Sachplan Verkehr weiterzuentwickeln und darin die von der ETH angeregte Strategie für die Ost-West-Achse zu konkretisieren. Für kurze Strecken in grösseren Städten und Agglomerationen solle der Bundesrat statt der Bahn kostengünstigere Trams oder hybride Metrotrams als attraktive Alternativen prüfen. Die Kantone sollten sich beim Infrastrukturausbau im regionalen Angebot finanziell stärker beteiligen, wie es bereits im NAF der Fall sei – dadurch würde sich die Anzahl der Projekte verringern und deren Nutzen steigen.
Quelle: swissrailvolution.ch
