Tödlicher Arbeitsunfall an Sesselbahn Flumserberg (SG)

Am 24. September 2025 ereignete sich um 08:50 Uhr in der Talstation der Sesselbahn Prodalp-Prodkamm der Bergbahnen Flumserberg AG (BBF) ein Arbeitsunfall mit Todesfolge. Ein Mitarbeiter wurde vom Kuppelhebel eines einfahrenden Sessels erfasst, unter die Kuppelschiene gezogen und tödlich verletzt.
Der Mitarbeiter führte während des laufenden Betriebs Funktionskontrollen von sogenannten Blenden (Schalter zur Kontrolle der Klemmenstellung und der Seillage) durch. Vorgesehen war die Prüfung zweier Blenden auf der Ausfahrseite. Stattdessen prüfte er Blenden auf der Einfahrseite, was nicht Teil der wöchentlichen Checkliste war. Um die zweite Blende (Seilblende) zu erreichen, musste er sich über das Förderseil beugen und unter die Förderrollen greifen – mit dem Rücken zu den einfahrenden Sesseln.
Die Bahn fuhr mit 2.8 m/s (rund 10 km/h). Nach dem Betätigen der Blende stoppte die Anlage automatisch, doch der Sessel legte bis zum Stillstand noch 4.6 m zurück. Dem Mitarbeiter blieb weniger als eine Sekunde, um die Gefahrenzone zu verlassen.
Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) stellte keinen technischen Mangel an der Anlage fest. Nach dem Unfall ergänzten die Bergbahnen Flumserberg AG die Checkliste: Die Blenden auf der Ausfahrseite dürfen seither nur noch bei Stillstand der Anlage geprüft werden. Der SUST-Abschlussbericht enthält keine Sicherheitsempfehlungen, soll aber anderen Seilbahnunternehmen als Grundlage zur Reflexion eigener Prozesse dienen.