Tramkollision in Zürich: SUST fordert Warnsystem für Trams

Am 15. September 2025 kollidierten auf dem Albert-Näf-Platz in Zürich-Oerlikon zwei Trams der VBZ. Ein Cobra-Tram der Linie 14 prallte seitlich in ein Flexity-Tram der Linie 11. Beide Fahrzeuge entgleisten teilweise. Ein Fahrgast sowie beide Tramführenden wurden schwer, ein weiterer Fahrgast leicht verletzt.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST hat den Unfall in ihrem Abschlussbericht untersucht. Als Ursache nennt sie das Nichtbeachten des Rechtsvortritts durch die für das Cobra-Tram zuständige Person, nachdem diese aufgrund einer medizinischen Beeinträchtigung die Kontrolle verloren hatte. Die Beeinträchtigung war zuvor unerkannt geblieben, obwohl die vorgeschriebenen Tauglichkeitsuntersuchungen durchgeführt worden waren.

Als begünstigenden Faktor nennt die SUST das Fehlen einer Sicherheitssteuerung im Cobra-Tram, die bei Handlungsunfähigkeit am Steuer eine Zwangsbremsung ausgelöst hätte. Die VBZ prüfen eine Nachrüstung der gesamten Cobra-Flotte.

Die SUST verweist zudem auf vergleichbare Ereignisse in Bern, Oslo, Göteborg, München und Mailand, bei denen medizinische Beeinträchtigungen zu Entgleisungen führten. Bestehende Sicherheitssteuerungen konnten die Unfälle nicht rechtzeitig verhindern.

Mit dem Bericht spricht die SUST die Sicherheitsempfehlung Nr. 213 aus: Das BAV soll prüfen, ob Trams künftig zusätzlich ein System benötigen, das Verhalten und Aufmerksamkeit am Steuer überwacht und bei Bedarf eine Schnellbremsung auslöst.