VCD fordert günstigeres Deutschlandticket statt weiterer Milliarden für Sprit

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland VCD fordert angesichts erneut rekordhoher Spritpreise einen Kurswechsel bei den staatlichen Entlastungsmassnahmen. Statt kurzfristiger Preissenkungen sollen Massnahmen umgesetzt werden, die Mobilität langfristig bezahlbar machen und die Abhängigkeit von Benzin und Diesel verringern.
Laut VCD flossen 2026 1.6 Milliarden Euro Steuergelder in den Tankrabatt. Autofahrende wurden dabei im Schnitt um rund 25 Euro entlastet, während die Mineralölkonzerne profitierten. Der Verband verlangt deshalb, Übergewinne der Konzerne zu begrenzen und gezielt Menschen mit niedrigem Einkommen zu entlasten.
Als Sofortmassnahmen schlägt der VCD ein vergünstigtes Deutschlandticket für junge Menschen und Geringverdienende sowie Tempolimits vor. Mit einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen lassen sich laut Verband je nach Geschwindigkeit ein halber bis über drei Liter Treibstoff pro 100 Kilometer einsparen.
Zudem soll der Umstieg auf Elektromobilität vorangetrieben werden, auch durch eine Förderung beim Kauf gebrauchter E-Autos. Als Alternative zu einer Kaufprämie nennt der VCD Ladeguthaben. Diese vermeiden Mitnahmeeffekte und senken die laufenden Kosten. Finanziert werden könnten sie durch die Streichung von Plug-in-Hybriden aus der Kaufförderung.
Längerfristig fordert der Verband attraktive Bus- und Bahnangebote, insbesondere im ländlichen Raum, sowie sichere und durchgängige Radwege in den Städten. Die Mittel dafür sollen aus einer Umschichtung eines Teils der Gelder für den Aus- und Neubau von Strassen stammen.
