Verkehrswissenschaftlerin: Automatisierung kann ÖPNV grundlegend verbessern

IAA Summit 2025, Munich (20250908-P1049553)
IAA Summit 2025, Munich (20250908-P1049553) by Matti Blume is licensed under CC BY-SA

Prof. Dr. Barbara Lenz, Verkehrswissenschaftlerin und ehemalige Leiterin des DLR Instituts für Verkehrsforschung in Berlin, sieht in der Automatisierung eine zentrale Chance für den öffentlichen Verkehr. In einem Interview mit MOIA betont sie, dass autonomes Fahren vor allem dort Potenzial entfaltet, wo heute Angebot fehlt: in Randzeiten, im ländlichen Raum und bei der Ausweitung von Linienfrequenzen.

Lenz unterscheidet klar zwischen dem Bedürfnis nach Mobilität und dem nach autonomer Mobilität. Letzteres sieht sie nicht als gesellschaftliches Grundbedürfnis, wohl aber als Mittel, um den Fahrermangel im ÖPNV zu adressieren und das Angebot auszubauen. Ein dichteres, flexibleres Netz mache den öffentlichen Verkehr zur attraktiveren Alternative gegenüber dem privaten PKW – und zahle damit auf Klima- und Umweltschutzziele ein.

Als wichtigste Akzeptanzfaktoren nennt Lenz Sicherheit und Verfügbarkeit. Wo Pilotprojekte bereits laufen, beobachte sie, dass viele Menschen nicht die Technik scheuen, sondern darauf warten, dass autonome Angebote endlich flächendeckend verfügbar werden. Für die weitere Umsetzung fordert sie technische und rechtliche Weiterentwicklungen, um Betrieb ohne Sicherheitsfahrende zu ermöglichen, sowie die Bereitschaft von Städten und Kommunen, in die Automatisierung zu investieren.

https://www.moia.io/de-DE/blog/autonomes-fahren-als-chance-fuer-oeffentlichen-verkehr