Wien: Grosse Beschleunigungsoffensive für Strassenbahnen und Busse

Die Stadt Wien und die Wiener Linien starten ein umfassendes Programm zur Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs. Unter dem Titel „Mehr Tempo für Bus und Bim“ werden alle 29 Strassenbahn- und 135 Autobuslinien auf Beschleunigungspotenzial analysiert. Ziel ist, dass Busse und Strassenbahnen nur noch an Haltestellen halten und dazwischen zügig fahren können.
Geplant sind unter anderem zusätzliche Ampelbevorrangungen und grüne Wellen, die Beseitigung von Stellen, an denen der öffentliche Verkehr regelmässig blockiert wird, Anpassungen bei Abbiegerelationen des motorisierten Individualverkehrs sowie neue eigenständige Bus- und Strassenbahnspuren.
Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Modal Split – also der Aufteilung der Verkehrsmittelwahl – stieg 2024 um zwei Prozentpunkte auf 34 Prozent. Dieser Anteil soll weiter erhöht werden.
Bereits heute schalten drei Viertel aller von Öffis genutzten Ampeln in Wien auf Grün, 2024 kamen 40 neue Bevorrangungen hinzu. Über die Hälfte der Strassenbahnstrecken verläuft auf einem vom Individualverkehr getrennten Gleiskörper.
Ein häufiges Problem sind falsch parkende Fahrzeuge: Im Schnitt werden Busse und Strassenbahnen vier Mal pro Tag blockiert. Seit 2010 konnte die Zahl solcher Vorfälle von 3’600 auf rund 1’500 pro Jahr gesenkt werden. Seit 1. Jänner 2025 beträgt die Strafe für das Blockieren von Öffis 467 Euro statt bisher 365 Euro.
Am 18. Februar wird im Wiener Gemeinderat ein Antrag eingebracht, eine langfristige Programmstruktur für die Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs einzurichten. Die Massnahme ist Teil der Smart Klima City Strategie und des Wien-Plans 2035.