Zentralbahn schützt Amphibien entlang ihres Streckennetzes

Die Zentralbahn setzt entlang ihres Streckennetzes gezielte Massnahmen zum Schutz wandernder Amphibien um. Frösche, Kröten und Molche kreuzen auf dem Weg zu ihren Laichgewässern regelmässig die Gleise und sind dort besonders gefährdet. An mehreren identifizierten Amphibienkonfliktstellen kombiniert die Bahn bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, um die jährlichen Wanderungen sicherer zu gestalten und Lebensräume zu erhalten.

Eine Eigenentwicklung von Mitarbeitenden der Zentralbahn ist ein Amphibienabweiser, der die Tiere von den Gleisen weg und auf sichere Routen leitet. Im Einsatz steht er unter anderem in Lungern. Die Wirkung wird mit Videomonitoring überprüft: Die Aufnahmen zeigen das Verhalten der Tiere an den Abweisern und liefern Hinweise für die Weiterentwicklung der Schutzvorrichtungen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordert dieses Jahr die Wanderroute zwischen Kaiserstuhl und dem Strassentunnel der Lungernumfahrung, wo das A8-Projekt die gewohnten Wege beeinträchtigt. Die Zentralbahn sammelt die Tiere entlang des Trassees in Kisten und transportiert sie von Hand zum Lungerersee. Während der Laichzeit werden die Kisten morgens und abends geleert: Werktags übernimmt dies eine Bauunternehmung, nachts und an Wochenenden unterstützen Freiwillige. Koordiniert wird das Projekt durch die Nationale Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) von info fauna.

Hintergrund der Massnahmen ist die Gefährdungslage: Von den über 19 in der Schweiz vorkommenden Amphibienarten sind fast 80 Prozent bedroht.

Quelle: https://www.zentralbahn.ch