Zürich prüft CO2-Emissionen mit neuem stadtnahen Messnetz

Zürich hat im Projekt ICOS Cities erstmals ein feinmaschiges Netz zur direkten Ermittlung städtischer CO2-Emissionen aufgebaut. Bisher basierten die Emissionswerte auf Inventaren, die Daten wie Erdgasverbrauch und Emissionsfaktoren auswerten. Nun stehen kontinuierliche atmosphärische Messungen zur Verfügung, die ein realitätsnahes Bild liefern.
Seit 2022 misst die Empa den CO2-Austausch mit 60 kompakten Sensoren an Laternen und Bäumen sowie rund 20 präzisen Geräten auf Mobilfunkantennen. Ein Hochhausmesssystem der Universität Basel liefert zusätzlich hochaufgelöste CO2- und Winddaten und erlaubt die direkte Bestimmung lokaler Emissionsflüsse. Auch biogene Beiträge wie die Atmung der Bevölkerung werden erfasst und machen rund 10 Prozent der gemessenen Werte aus.
Für die Auswertung kombinieren Forschende die Messdaten mit drei Modellansätzen. Diese reichen von regionalen Simulationen mit etwa 500 Meter Auflösung bis zu lokal verfeinerten Strömungsmodellen auf Gebäudeebene. Alle Modelle liefern konsistente Resultate und bestätigen grundsätzlich die Werte des bestehenden Emissionsinventars, das jedoch leicht zu hohe Emissionen ausweisen könnte.
Zürich verfügt bereits über ein detailliertes Inventar, das fossile Emissionen nach Sektoren und bis auf Gebäude- und Strassenebene abbildet. Zusammen mit den neuen Messdaten entsteht eine Grundlage, um Klimaschutzmassnahmen künftig präziser zu überprüfen und Emissionen unabhängig zu verifizieren.