Zürich will sich als Nachtsprung-Drehkreuz etablieren

Die Stadt Zürich und Zürich Tourismus haben die Zukunftsstudie Nachtsprung Zürich 2040 veröffentlicht. Das Projekt untersucht das Potenzial von Nachtzügen und Nachtbussen für Reisedistanzen bis 1’500 Kilometer und formuliert zehn strategische Potenziale.
Die Studie basiert auf einem mehrstufigen Prozess zwischen Herbst 2024 und Sommer 2025, in den 48 Expert:innen aus Tourismus, Mobilität, Nachhaltigkeit und Politik eingebunden waren. Als zentrale Erkenntnis gilt: 62 Prozent der Schweizer Bevölkerung würden Nachtzug fahren. Der CO2-Fussabdruck von Nachtbus und Nachtzug liegt etwa 10- bis 20-mal unter jenem des Flugzeugs.
Von Zürich aus sind innerhalb von zehn Stunden zahlreiche europäische Metropolen erreichbar, darunter Paris, Berlin, Wien, München, Mailand und Barcelona. Die Stadt Zürich schreibt bei Dienstreisen bis acht Stunden bereits heute den Zug vor, bei Verfügbarkeit eines Nachtzugs sind es 16 Stunden.
Die Studie zeigt auch erhebliche Kapazitätspotenziale auf. Ein aktueller ÖBB Nightjet fasst 254 Passagiere bei 200 Metern Zuglänge. Mit innovativen Konzepten wie dem LunaRail-Ansatz wären bei gleicher Länge 376 Passagiere möglich. Ein Jumbo-Konzept mit 740 Metern Zuglänge könnte theoretisch über 1’500 Reisende befördern.
Der Nachtbus wird als schnell skalierbare Ergänzung zum Nachtzug positioniert. Mit Anschaffungskosten von rund 750’000 Franken pro Fahrzeug ist er deutlich günstiger als Schienenfahrzeuge und kann flexibel Destinationen erschliessen, deren Nachfrage für eine Nachtzugverbindung nicht ausreicht.