Zukunft Bahnhof Bern: Verzögerung bis 2031 und höhere Kosten

Die Ausbauarbeiten beim Bahnhof Bern verlaufen in mehreren Bereichen planmässig und bringen bereits Verbesserungen wie höhere Perrons und modernisierte Bereiche in der Perronhalle. In der aktuellen Bauphase traten jedoch unerwartete statische und bautechnische Herausforderungen auf. Beim Rückbau des Gebäudes hinter dem Generationenhaus sowie beim Einbau der neuen Glasfront wurden Schadstoffe entdeckt, Werkleitungen mussten verlegt werden, und Abweichungen zu alten Plänen führten zu zusätzlichem Aufwand. Auch die statische Auslegung der neuen Glasfront erforderte Anpassungen, da statt Stahl nun Betonpfeiler eingesetzt werden.
Diese Faktoren verzögern den Gesamtzeitplan. Die ursprünglich für Ende 2029 vorgesehene Eröffnung des ausgebauten Bahnhofs mit neuer Personenunterführung, zwei neuen Zugängen und dem neuen RBS-Bahnhof wird aus heutiger Sicht erst 2031 erwartet. Der Termin wird in der Detailplanung nochmals überprüft. Die Verzögerung wirkt sich direkt auf die Projektkoordination zwischen SBB, RBS und Stadt Bern aus, da alle Bauwerke voneinander abhängig sind.
Die Gesamtkosten steigen gegenüber der Planung von 2022 um rund 200–250 Millionen Franken. Gründe sind anspruchsvolle geologische Rahmenbedingungen, Anpassungen zur Sicherstellung des Betriebs unter laufendem Verkehr, Abhängigkeiten zu Nachbarprojekten sowie eine längere Bauzeit.
Die Stadt Bern erhält durch den neuen Zeitplan mehr Spielraum für ihre Bau- und Verkehrsmassnahmen rund um den Hirschengraben. Gleichzeitig entstehen ihr durch zusätzliche Abklärungen und die verlängerte Koordination ebenfalls Mehrkosten. Eine aktualisierte Kostenprognose der Stadt ist nach Abschluss der Baumeisterausschreibungen im Jahr 2027 vorgesehen.
Die Projektpartner planen, die überarbeitete Bauplanung sowie Finanzierung der Mehrkosten im Jahr 2026 vorzulegen.